Was ist die AFS-Methode?

Die AFS-Methode ist das Ergebnis qualitativer und quantitativer pädagogischer Forschung.

Die multisensorische Methode, deren Entwicklung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht worden ist, beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass eine Verbesserung der Schreib- und Lesefertigkeit eines legasthenen Menschen alleine durch das Üben am Symptom nicht zielführend ist.

 

Deshalb muss in den Bereichen der Aufmerksamkeit, der differenten Sinneswahrnehmungen und im Symptombereich eine gezielte Förderung stattfinden. Die Methode ist ganzheitlich zu sehen, weil die Kombination von vorgeschriebenen Strukturen und die frei wählbaren Teile der Förderung es erlauben, auf die Problematik der Kinder völlig individuell einzugehen.

 

 

A – steht für Aufmerksamkeit

Die differente Aufmerksamkeit führt dazu, dass das legasthene Kind im Symbolbereich nicht das leisten kann, was von ihnen erwartet wird. Viele Fehler passieren, weil die Gedanken und das Handeln nicht im Einklang stehen. Dadurch entstehen sogenannte Wahrnehmungsfehler, die oftmals für Rechtschreibfehler gehalten werden.

 

Dies muss dem betroffenen Kind erst bewusst gemacht werden, damit er an dieser Thematik arbeiten kann - ein intensives Beobachten des Kindes während seiner Arbeit, sowie ein wiederholendes Gespräch ist daher absolut notwendig. Es kann nur der starke Wille des Betroffenen mithelfen, seine Gedanken besser unter Kontrolle zu bringen.

 

Das Aufmerksamkeitstraining kann durch verschiedene Übungen positiv  unterstützen werden. Dabei helfen Geschicklichkeitsübungen, durch Autogenes Training, Fantasiereisen, Entspannungsmusik, Geschicklichkeitsübungen, etc.

Wichtig ist nur, dass die Übungen vom jeweiligen Kind angenommen werden.

 

 

F - steht für Funktion

Die Funktionen, Sinneswahrnehmungen, auch Teilleistungen genannt, sind bei legasthenen Kindern different. Sie haben eine andere Wahrnehmung und sehr schnelle Gedankengänge, die sie am richtigen Schreiben, Lesen oder Rechnen hindern. Diese Kinder brauchen eine längere Zeit, um sich mit Symbolen problemlos auseinanderzusetzen, und sie müssen wesentlich vertiefender Wortbilder erlernen.

 

Anhand des AFS- Tests können die differenten Sinneswahrnehmungen beim jeweiligen Kind erkannt  und gezielt verbessert  werden. Dazu gibt es Funktionsübungen mit und ohne Symbole. Die Schwierigkeitsstufe der Übungen muss individuell nach dem Stand des Kindes gewählt werden. Das Kind soll nicht über-  aber auch nicht unterfordert werden.

Der Weg, die Sinneswahrnehmungen zu verbessern soll Freude und Erfolgserlebnisse beinhalten.

 

 

S - steht für Symptom

Das Symptomtraining ist das Arbeiten an den Fehlern. Auch legasthene Kinder erlernen Schreiben, Lesen und Rechnen durch Üben. Wichtig ist nur, dass das Erlernen und Vertiefen langsam, regelmäßig und mit der Steigerung der Aufmerksamkeit 

sowie der Schärfung der Sinneswahrnehmungen einhergeht.

Das Lernen muss mit allen Sinnen erfolgen.

Viele Wörter werden zwar auf herkömmliche Art und Weise gespeichert, doch meistens sind es die einfachen, sogenannten 

leichten Wörter, die sie absolut nicht behalten können. Hier kann eine dauerhafte Abspeicherung nur durch eine genaue  Wortberarbeitung und bildliche Vorstellung gewährleistet werden. Eine persönliche, individuelle Fehlerwörterliste des Kindes ist

zu erstellen, diese dann kontinuierlich abzuarbeiten ist.

Diese Wörter werden in drei Stufen erarbeitet.

 

 

WORTBILD - WORTKLANG - WORTBEDEUTUNG

 

In das Symptomtraining wird auch die Lesemethode speziell mit Übungen auf das Kind abgestimmt.

Besonders wichtig ist, dass das Kind genügend Zeit für das Erlernen des Schreibens und Lesens bekommt.